Bogenfinishing

28.09.2021

Das heutige Thema befasst sich mit dem Bogenfinishing. Aber wenn Sie dies lesen, geht es vielleicht eher um all die Themen, die wir verstehen müssen, bevor wir darüber sprechen, warum das Bogenfinishing auch im neuen Zeitalter des Digitaldrucks berücksichtigt werden muss.

Hunkeler blog logo

Sie haben vielleicht eine der besten Falzmaschinen, Hefter, Trimmer usw., die es auf dem Markt für den Offsetdruck gibt, aber wenn Sie in neue Digitaldrucktechnologie investieren, ändern sich die Anforderungen – lassen Sie uns verstehen, warum!

Vom Transaktionsdruck zum Akzidenzdruck/Commercial

Seit der drupa im Jahr 2020 bin ich davon überzeugt, dass fast jede Druckerei in der Welt von Inkjet gehört hat. Es war erstaunlich, die Entwicklung der Technologie zu beobachten. Als die ersten Tintenstrahldrucker auf den Markt kamen, waren sie speziell auf den Transaktionsmarkt ausgerichtet: mit hoher Zuverlässigkeit, Schnelligkeit (da es sich um Digitaldruck handelt), einer Qualität, die gut genug für Logofarben war; und vor allem für den Druck von Transaktionsdaten. Die meisten Lösungen waren rollenbasiert, und da Millionen von Seiten für dieselbe Anwendung gedruckt wurden, funktionierten Rollen wirklich gut.

Als Landa während der drupa 2020 sagte: „Wer wagt es, in Inkjet zu investieren, wenn die Nanographie vor der Tür steht“, schien das dem Inkjet einen weiteren Schub zu geben, und alle grossen Digitaldruckanbieter bieten heute hervorragende Lösungen an.

Gleichzeitig setzte ein neuer Trend ein: nämlich die Einführung von Lösungen, die nicht nur auf Rollen, sondern auch auf Bogen basieren.

Druckdienstleister aus der ganzen Welt haben bereits tonerbasierte Drucker verwendet, die bei den meisten Marken und Modellen bogenbasiert sind. Nur Xeikon lieferte von Anfang an rollenbasierten Tonerdruck und verschaffte sich damit Möglichkeiten, die andere Technologien nicht hatten – eine Geschichte für sich. Als HP den Indigo 50000 auf den Markt brachte, war dies meines Erachtens neben dem Xeikon der erste rollenbasierte Tonerdrucker auf dem Markt.

Nutzen Sie vorhandene Bindegeräte oder optimieren Sie Ihren gesamten Workflow!

Warum also die Auseinandersetzung mit dem Thema Rolle vs. Bogen? Nun, zunächst einmal ist es immer interessant zu sehen und zu verstehen, wie sich der Markt und die Technologie nebeneinander entwickeln. Es ist wichtig zu verstehen, in welche Technologie man investieren sollte, indem man die Unterschiede kennt.

Entscheidend für die Wahl der Technologie sollte die Mehrheit, der von Ihnen verkauften Applikationen sein. Obwohl ich glaube, dass viele Druckdienstleister oft zuerst die Druckmaschinen wählen, könnte es interessant sein, in Zukunft mit der Bindelösung zu beginnen. Verkaufen Sie hauptsächlich Bücher? Geheftete Zeitschriften? Viele Umschläge? Viele verschiedene Papiersorten? Müssen Sie etwas verschönern/veredeln?

Wenn Sie Bücher verkaufen, werden Sie sich vielleicht für einen Druckertyp entscheiden und wenn Sie eine kommerzielle Druckerei mit vielen verschiedenen Aufträgen sind, werden Sie möglicherweise einen anderen Druckertyp wählen.

Superflexibilität ist der Grund, warum Sie sich für den Bogendruck/-Finishing entscheiden

Bei Bogendrucksystemen ist der Wechsel von Substraten schneller und flexibler. Bei vielen Lösungen können Sie sogar verschiedene Papierarten im selben Druckauftrag kombinieren, was bei rollenbasierten Lösungen komplizierter ist. Für einige Druckdienstleister ist es auch einfacher ein Bogensystem in bestehende Bindungs- und Veredelungslösungen zu integrieren. Aus diesem Grund ist es erfreulich, dass immer mehr Anbieter Bogendrucksysteme entwickeln.

Ich wollte diesen Artikel aus mehreren Gründen mit dem Schwerpunkt auf Bogenfinishing schreiben. Wenn Sie ein Druckdienstleister sind und vielleicht auch im Offsetdruck arbeiten, haben Sie natürlich bereits eine Einrichtung zum Binden und wissen alles, was man über Falzen, Binden, Schneiden usw. wissen muss. Aber, wie Sie wahrscheinlich auch wissen, bieten die digitalen Druckmaschinen Möglichkeiten, die Sie im Offsetdruck nie hatten. Daher müssen die Bindegeräte aufgerüstet werden, um die Anforderungen zu erfüllen. Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben.

Wenn Sie ein Buch produzieren, das aus beispielsweise 5-6 Signaturen von 16 Seiten besteht, werden Sie heute jedes Einzelblatt drucken und je nachdem, wie Sie es verarbeiten, werden die Blätter gefalzt, gesammelt, geklebt, usw. Aber stellen Sie sich vor, Sie müssen nur fünfzig Bücher, zehn Bücher oder sogar nur ein Buch herstellen? Die heutigen Bogenverarbeitungsgeräte können nicht effizient produzieren und Sie brauchen Endverarbeitungsgeräte, die auf Ihre Druckmaschinen abgestimmt sind. Meine Damen und Herren, das ist nichts Neues. Sie haben IMMER in zweckmässige Technologie investiert und es ist an der Zeit zu überlegen, wie Ihre Zukunft aussieht!

Willkommen im B2-Format

Wenn Sie sich einige der auf dem Markt erhältlichen Bogendrucksysteme ansehen, können Sie auch einen anderen Trend erkennen. HP Indigo und Fujifilm bieten seit langem B2-Bogenformate an und 2022 kündigte auch Ricoh sein erstes B2-Bogendrucksystem an. Mit dem grösseren Bogenformat steigt der Output der Maschinen und Bindegeräte, die normalerweise für langsamere und kleinere Bogenformate verwendet werden (z.B. Tonerdrucker) sind möglicherweise nicht mehr ausreichend!

Hunkeler AG bietet sowohl Bogenfinishing als auch Schneide-Stapellösungen für Rollen an

Die Hunkeler AG ist, wie Sie wissen, eines der führenden Unternehmen im Bereich der Weiterverarbeitung von digitalen Druckaufträgen und arbeitet sogar mit anderen Unternehmen zusammen, um die richtigen Gesamtlösungen zu liefern. Obwohl Hunkeler hauptsächlich rollenbasierte Lösungen anbietet, ist das Bogenfinishing nicht neu. Ich erinnere mich, als Canon den i300 einführte, lieferte die Hunkeler AG schon bald eine Online-Lösung für die Maschine, die den Bedürfnissen der Kunden bezüglich hoher Zuverlässigkeit und Qualität entsprach. Sie können das Bogenfinishing auch kombinieren, wenn Sie einen rollenbasierten Drucker haben, indem Sie die Blätter für die Weiterverarbeitung einfach schneiden und stapeln.

Wie immer können Sie sich an die Hunkeler AG wenden, um mehr Informationen über ihre Lösungen zu erhalten. Lassen Sie mich die Gelegenheit nutzen, um Ihnen einen Besuch an der Hunkeler Innovationdays im Februar 2022 ans Herz zu legen. Ich werde dort sein und würde mich freuen, Sie zu treffen und mit Ihnen über all die spannenden Technologien zu sprechen, die heutzutage auf den Markt kommen!


Über den Author

Portrait Morten Reitloft

Morten B. Reitoft

Morten Reitoft ist der Redaktuer von INKISH News und INKISH TV. INKISH TV ist ein TV-Kanal für und über die Druckindustrie. Durch seine zahlreichen Beiträge und Videos rund um die Druckindustrie hat Morten ein breites Fachwissen über den Digitaldruck und kennt sowohl die Unternehmen als auch die Technologien dahinter.


Uns interessiert Ihre Meinung